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Rückblick: KRITIS-Workshop mit Live-Demo zur Drohnenerkennung

21.09.2026 | News

Pflicht. Praxis. Panel: Wie Betreiber Kritischer Infrastruktur dem KRITIS-Dachgesetz begegnen können

Wie schützt man kritische Infrastruktur vor Bedrohungen, die längst nicht mehr nur digital sind? Dieser Frage sind wir am 14. September 2026 gemeinsam mit Experten und Expertinnen aus verschiedenen Fachbereichen im Stuttgarter Golf-Club Solitude nachgegangen. Gäste aus Netzbetrieb, Energieversorgung und Industrie folgten der Einladung zum Workshop „KRITIS Dachgesetz: Pflicht. Praxis. Panel.“ Ein besonderer Höhepunkt war eine Live-Demonstration von Drohnenerkennung und -abwehr direkt auf dem Golfplatzgelände.

Nach der Begrüßung durch Ulrike Dreyer, Head of Defence & KRITIS Solutions und Kurt Mezger vom Bundesverband mittelständische Wirtschaft e.V. begann der Nachmittag mit einem Impulsvortrag zur hybriden Bedrohungslage durch Oberstleutnant Dr. Peter Schittenhelm (Landeskommando Baden-Württemberg): Drohnenüberflüge über Bundeswehrübungen, Sabotage an Bahnsignalen, Brandanschläge auf Energieinfrastruktur: Zivile Infrastruktur wie Energie, Wasser, Gesundheitswesen und Telekommunikation steht heute genauso im Fokus wie militärische Ziele. Klar wurde: Kritische Fähigkeiten dürfen nie an einer einzelnen Person hängen und Unternehmen müssen auch selbst für Resilienz sorgen. Markus Schiemenz (LKA Baden-Württemberg) ergänzte die polizeiliche Perspektive: Das Lagebild zu Drohnenvorfällen zeigt eine insgesamt steigende Anzahl an Delikten, auch wenn die konkrete Einordnung von Einzelfällen in der Praxis oft schwierig bleibt.

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Begrüßung der Gäste im Innenraum des Golfclubs

Ein Highlight des Nachmittags: Drohnenerkennung und -abwehr live 

Ein besonderes Highlight des Workshops war die Live-Demo von Walaris und Vanea Defence direkt auf der Driving Range des Golf-Clubs. David Sonntag und Markus Tietze (Walaris) zeigten in der Praxis, wie verschiedene Sensoren zusammenarbeiten, um unbekannte Flugobjekte zu erfassen und mithilfe eines neuronalen Netzes als Drohne zu identifizieren. Im zweiten Schritt übernahmen Jens Hillenkötter und Dr. Oliver Hartkorn von Vanea Defence und demonstrierten, wie die Abwehr einer identifizierten Drohne durch einen hochintensiven Lichtstrahl erfolgen kann. Ein Effektor, der beispielsweise die Kamera der Drohne blendet, hindert sie an der Fortsetzung ihres Fluges, ganz ohne physische Zerstörung. Für die Teilnehmenden war es eine spannende Gelegenheit, Erkennung und Abwehr nicht als Theorie, sondern als greifbare Technologie zu erleben.
 

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Teilnehmende bei der Livedemonstration

Theorie, Recht und Regulatorik

Benedict Schwind (MoxyByte) lenkte den Blick zurück auf verteilte Standorte im Stromnetz. Entlang der drei Schritte Erkennen, Einordnen und Handeln zeigte er, wie ein erstes Sensorsignal durch weiteren Kontext bewertbar wird und wie der Schutz sichergestellt werden kann. Ulrike Dreyer stellte den aktuellen Stand des KRITIS-Dachgesetzes vor, das seit dem 17. März in Kraft ist, sowie den KRITIS Kompass als Softwarelösung, die Betreiber Schritt für Schritt durch Betroffenheitsprüfung, Risikoanalyse und Auditvorbereitung begleitet. Kevin Kohlhoff (MHP) schlug die fachliche Brücke zu NIS2: Ein etabliertes ISMS deckt bereits einen Großteil der Anforderungen ab, dabei bleiben physische Resilienz und die Meldepflichten des KRITIS-Dachgesetzes jedoch eigene Aufgaben.
 

Expertenpanel: Machen, was geht

Den Abschluss bildete ein Expertenpanel mit den Referentinnen und Referenten, in dem auch Dr. Hans-Walter Borries vom Bundesverband für den Schutz Kritischer Infrastrukturen (BSKI) e. V. seine Einschätzung einbrachte. Diskutiert wurden rechtliche Rahmenbedingungen und die Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Politik. Ein Kern dieser Diskussion: Es geht darum, zu machen, was geht, statt nur darüber zu sprechen, was noch nicht geht. 

Bei einem gemeinsamen Ausklang auf der Terrasse setzten die Teilnehmenden die Gespräche fort. Deutlich wurde einmal mehr: Physischer Schutz Kritischer Infrastruktur ist kein rein regulatorisches Thema, sondern eine praktische Aufgabe, die Technologie, Recht und Organisation zusammendenken muss.

Wir bedanken uns herzlich bei allen Speakern für die wertvollen Einblicke und den offenen fachlichen Austausch.

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Alles Speaker des Events