Rückblick IE2S REFLECT: Im Dialog mit Dr. Franziska Brantner
Unabhängigkeit, Planbarkeit, Tempo: Die Energietransformation am Standort Deutschland im Fokus von IE2S REFLECT
Wie bleibt der Wirtschaftsstandort Deutschland in der Energietransformation unabhängig und wettbewerbsfähig? Diese Kernfrage stand im Mittelpunkt der neuen Ausgabe unserer Event-Reihe IE2S REFLECT. Als besonderen Gast durften wir Dr. Franziska Brantner, Parteivorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, begrüßen.
Der Abend startete dynamisch mit fünf schnellen Fragen an Dr. Franziska Brantner – von der Frage, ob ihr politische Entscheidungen manchmal schwerfallen, bis hin dazu, wie ihre Erfahrungen in verschiedenen Regionen der Welt ihr heutiges energiepolitisches Denken prägen. Daran schloss sich ein kurzer, inspirierender Impulsvortrag der Parteivorsitzenden an, der in ein vertiefendes Gespräch mit Moderatorin Julia Donnelly und IE2S-Geschäftsführer Dr. Dominique Gross überging. Dabei wurde deutlich: Die Energiewende ist längst keine rein ökologische Frage mehr, sondern ebenso eine industrielle und geopolitische.
Drei zentrale Impulse aus dem Gespräch
Im Dialog mit Dr. Franziska Brantner kristallisierten sich drei zentrale Thesen heraus:
- Die europäische Souveränität stärken: Energie und Rohstoffe sind geopolitische Machtfaktoren. Europa muss insbesondere in der Weiterverarbeitung von Rohstoffen eigene Kapazitäten aufbauen, um die einseitige Abhängigkeiten – etwa von China – zu verringern. Dies erfordert Zeit, Verhandlungsgeschick und eine langfristige europäische Strategie.
- Planbarkeit als Standortrisiko minimieren: Für Unternehmen ist die aktuell begrenzte Planungssicherheit eine wesentliche Hürde. Verlässliche, konsistente politische Rahmenbedingungen sind die Grundvoraussetzung dafür, dass Industrie und Mittelstand notwendige Investitionen am Standort Deutschland tätigen und hier langfristig Wertschöpfung sichern.
- Tempo durch Entbürokratisierung: Für den Erfolg der Energie- und Mobilitätswende braucht es deutlich schnellere Verfahren. Bürokratieabbau und effizientere Genehmigungsprozesse sind entscheidend, um die Infrastruktur der Zukunft rechtzeitig zu realisieren und Innovationen in die Breite zu bringen.
Innovation erleben: Pooling als Lösung für das Stromnetz
Ein besonderes Highlight der Veranstaltung war die Vorstellung des IE2S Pooling-Ansatzes. Unsere Kolleginnen und Kollegen zeigten, wie die Flexibilität von Elektroautos systemisch nutzbar gemacht werden kann. Durch intelligentes Pooling können Fahrzeuge einen entscheidenden Beitrag zur Netzstabilität leisten und so die Integration erneuerbarer Energien unterstützen.
Austausch auf Augenhöhe
In der anschließenden offenen Fragerunde bot sich dem IE2S-Team die Gelegenheit, unmittelbar mit Frau Dr. Brantner ins Gespräch zu kommen. Die Fragen aus den verschiedenen Fachbereichen sorgten für neue Denkanstöße und vertieften den fachlich fundierten Austausch, der im abschließenden Networking fortgeführt wurde.
Wir bedanken uns herzlich bei Dr. Franziska Brantner und ihrem Team für den offenen Austausch und die wertvollen Einblicke in energiepolitische Entscheidungsprozesse. Deutlich wurde einmal mehr: Die Brücke zwischen politischen Entscheidungen und wirtschaftlicher Umsetzung ist ein zentraler Erfolgsfaktor für die Energie- und Mobilltätswende.